Ein literarisch-theatrales Konzert mit Musik von Daniel R. Schneider nach dem Roman von Emil Zopfi

Auch in seiner siebten Produktion bleibt das Glauser Quintett den Schweizer Autor:innen treu und bringt Emil Zopfis neuen Roman „Der Untergang des Delphin“ auf die Bühne. Zopfis Roman ist eine Art «Doku-Fiction» und schildert ein Schiffsunglück auf dem Walensee in einer stürmischen Dezembernacht des Jahres 1850 sowie die anschliessende Bergung des Wracks. Im Zentrum der Geschichte stehen jene Menschen, die damals auf dem Schiff waren und mit ihm untergingen.
Daniel R. Schneider hat dazu einen eigenständigen Soundtrack für zwei Multi-Instrumentalisten komponiert. Die Musik wirkt als Gegenpol zum Text, verleiht den beschriebenen Figuren zusätzliche emotionale Dimensionen und treibt das Unglücksschiff unerbittlich voran. In die Katastrophe.
«Nehmt euch in Acht heut Nacht, habe ich zu den Schiffern gesagt.
Aber auf mich hört ja niemand …»
Markus Keller: Erzähler, Schauspieler
Daniel R. Schneider: Gitarre, Keyboards etc.
Martin Schumacher: Klarinetten, Akkordeon etc.
Text: Emil Zopfi | Musik: Daniel R. Schneider | Dramaturgie: Paul Steinmann, Markus Keller | Regie: Paul Steinmann | Licht: Heather Genini | Fotos: Palma Fiacco | Illustration, Grafik: Anna Sommer | Produktionsleitung: Martin Schumacher | Koproduktion: Theaterhaus Thurgau | Aufführungsrechte: AS Verlag & Grafik, Zürich
Premiere am 10.2.2023 im Theaterhaus Thurgau, Weinfelden.
Die Produktion von „Der Untergang des Delphin“ wurde durch folgende Förderstellen unterstützt:

Kritik der Aufführung vom 5.3.2023 im Theater Stok, Zürich:
ZAUBERHAFT
Wer braucht Spektakel, wenn virtuoses musikalisches Erzählhandwerk geboten ist?
Die Sturmfahrt (mit dem «Delphin») über den Walensee in einer Dezembernacht des Jahres 1850 wird von Markus Keller und den Musikern Martin Schumacher und Daniel R. Schneider in einer einfach erscheinenden, aber umso wirkmächtigeren Weise dramatisiert, dass das Abtauchen, sich darin Verlieren eine helle Freude ist. … Drei Stunden Verzögerung würde es bedeuten, um die sturmerprobte und viel grössere «Splügen» unter Dampf zu nehmen. Da liegt es näher, die Augen vor der Wirklichkeit zu verschliessen und sich entgegen besseren Wissens dem Irrglauben hinzugeben, der Sturm werde schon nicht bis ins Tal runter und schon gar nicht in der veranschlagten Überfahrtzeit wüten. Die Musik verstärkt sowohl einzelne Emotionen und Stimmungen, wie sie auch Wetter und Bedrohungslagen nachfühlbar in eine den Text nicht bloss begleitende, sondern mit ihm eine eigentliche Ergänzung bildende Spannung verwandelt.
Thierry Frochaux, P.S. Zeitung, 10.3.2023
Video-Trailer, aufgenommen am 10.2.2023 an der Premiere im Theaterhaus Thurgau, Weinfelden:
Fotos von Palma Fiacco, aufgenommen an der Generalprobe am 9.2.2023: